Gicht Diät was bedeutet das?

Gicht Diät bedeutet erstmal nichts anderes als eine Umstellung der Ernährung auf purinarme Nahrungsmittel, sodass sich die Symptome der Erkrankung nicht verschlimmern. Eine Gicht Diät ersetzt jedoch nicht den Arzt, der auf jeden Fall bei dem Verdacht, dass diese Erkrankung vorliegt, aufgesucht werden sollte.

Was ist Gicht und warum eine Gicht Diät?

Die zu den rheumatischen Erkrankungen zählende Stoffwechselstörung Gicht (Hyperurikämie), im Volksmund auch lappidar als Zipperlein bezeichnet, ist eine Purin-Stoffwechselerkrankung, die bei Nichtbehandlung zur Ablagerung von Harnsäurekristallen (Urat) [mehr] in Gelenken und Gewebe führt. Dies führt zu Knorpelveränderung und einer Aufnahme von Harnsäurekristallen in die Knochen, sodass es zu Veränderungen kommt, die im Röntgenbild nachweisbar sind. Die Krankheit tritt in Schüben auf, die sehr schmerzhaft sind. Das größte Problem bei Gicht ist die Gefahr, dass die Nieren als Ausscheidungsorgan auf Dauer geschädigt werden können und eine Niereninsuffizienz auftreten kann. Um die Bildung von Harnsäure zu minimieren, wird eine purinarme Ernährung empfohlen. Einen noch besseren Effekt erzielt eine kalorien- und kohlenhydratreduzierte Diät. Der Anteil an eiweißhaltigen Nahrungsmitteln wie Milchprodukte, die Fleisch und Fisch vorzuziehen sind, und ungesättigten Fettsäuren wird dabei erhöht.

Harnsäurebildung durch Lebensmittel bei Gicht Diät beachten!

Anhand von Tabellen kann der Harnsäureanteil in Lebensmitteln ermittelt werden. Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz beispielsweise hat die Lebensmittel in folgenden drei Gruppen (Auswahl der darin enthaltenen Lebensmittel) eingeteilt:

Lebensmittel mit hohen Harnsäurekonzentrationen (über 200 mg/100 g) Fische wie Forelle, Hering, oder Sprotten, Grillhähnchen, Leber, Nieren, Kernfleisch, Fleischbrühe, Suppenwürfel und Bäckerhefe [mehr]
Lebensmittel mit mittleren Harnsäurekonzentrationen (80-150 mg/100 g) Fische wie Schollen, Muskelfleisch von Rind, Schwein, Wild und Huhn, Hülsenfrüchte und Erdnüsse [mehr]
Lebensmittel mit wenig oder keinen Harnsäurekonzentrationen (0-50 mg/100 g) Milch, Joghurt, Ei, Kürbis, Paprika, Apfel, Vollkornbrot, Weißbrot und Kartoffeln [mehr]
bei Milchprodukten sollten man darauf achten, ob diese mit Fruchtzucker (Fructose) (z. B. in Fruchtjoghurt) angereichert sind, da dieser in Inosinmonophosphat (IMP) [mehr] umgewandelt wird, welches wiederum über den Purinabbau den Harnsäurespiegel ansteigen lässt.
Getränke mit hohen Purinquellen sind Bier (10-23 mg/100 g), Cola (10 mg/100 g) Die in Kaffee, schwarzen Tee und Kakao enthaltenen Purine werden nicht zu Harnsäure umgebaut und können somit weiterhin getrunken werden.

Ernährungsexperten empfehlen Gichtpatienten eine purinarme Ernährung, die täglich maximal 500 mg und wöchtenlich höchstens 3000 mg Harnsäure enthält. Anhand der Tabellen vom Bayrischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz können sie sich ihre täglichen Portionen und Mahlzeiten selbst zusammenstellen. Getreide, geeignete Gemüse, Milchprodukte, Obst und Kartoffeln bilden die Basis für eine purinarme Gicht Diät, die mit den richtigen Rezepten keinesfalls fade und langweilig ist, sondern eine gesunde Kost für die gesamte Familie darstellt.

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Beschreibung

Medizin & Gesundheit/Sachbücher - Groß-Oktav. Gebunden. 128 Seiten

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Streng purinarme Gicht Diät

Während bei der purinarmen Gicht Diät Fleisch, Fisch oder Wurst täglich mit maximal 100 g erlaubt ist, ist dies in der streng purinarmen Gicht Diät maximal einmal pro Woche erlaubt. Auf keinen Fall sollten Innereien, bestimmte Fischsorten wie Hering, Krustentiere oder Hülsenfrüchte gegessen werden. Alkohl ist tabu. Insgesamt sollten pro Tag maximal 300 mg  und wöchentlich höchstens 2100 mg Harnsäure durch Nahrungsmittel dem Körper zugeführt werden. Abhängig vom Harnsäurespiegel oder der Unverträglichkeit von harnsäuresenkenden Arzneien kann die streng purinarme Gicht Diät vom Arzt verordnet werden. Eingehalten kann sie zu einer effektiven Senkung des Harnsäurespiegels führen.

Übergewicht reduzieren

Viele der Gichtpatienten sind zu Anfang der Gichttherapie übergewichtig. Da eine Normalisierung des Körpergewichts bereits zu einer Senkung des Harnsäurespiegels im Blut führt, ist dies ein wichtiger Schritt. Nicht jede Form der Diät zur Gewichtsreduktion ist jedoch für Gichtpatienten geeignet. Fasten und auch die klassische Trennkost führen zu einer vermehrten Ketonbildung, die die Ausscheidung von Harnsäure verringern. Sollten sie dennoch fasten wollen, sollten sie dies unbedingt mit ihrem Arzt besprechen und unter Aufsicht durchführen. Erstrebenswert ist eine allmähliche und langfristige Abnahme des Gewichts. Geeignet für die Diät ist eine kalorienreduzierte Mischkost oder eine ovo-lakto-vegetarische Kost. Bei der ovo-lakto-vegetarischen Kost werden Eier und Milchprodukte in die vegetarische Ernährung mit einbezogen. Die sonstigen Empfehlungen der Gicht Diät sollten auch bei diesen Formen der Ernährung beachtet werden. Auf Fett sollte weitestgehend verzichtet werden. Neben der Tatsache, dass Fett eher eine Zunahme an Gewicht fördert, fördert es außerdem die Bildung von Ketonkörpern.

Wasser und Bewegung sind wichtige Bestandteile der Gicht Diät

Viel Wasser zu trinken, hilft den Nieren, die Giftstoffe, die beim Fettabbau entstehen, und ganz wichtige die Harnsäure, aus dem Körper zu spülen. Ein Erwachsener sollte mindestens zwei Liter Wasser am Tag trinken. Wasser ist ein Verbündeter, wenn es darum geht abzunehmen (siehe auch Abnehmen mit Wasser). Auch Bewegung bringt den Stoffwechsel und den Abbau von Fettdepots in Schwung und hilft dabei die Beweglichkeit trotz Gicht zu erhalten. Je nach Schwere der Erkrankung sollte man den Sport nicht übertreiben, sodass die Schmerzen schlimmer werden, doch weiter auf der Couch zu sitzen, ist auch der falsche Weg. Fangen sie langsam an und versuchen sie sich dann zu steigern.

Heilpflanzen in der Gicht Diät:

Zipperleinkraut in die Gicht Diät integrieren

Bereits im Mittelalter wurde das Zipperleinkraut als Heilpflanze gegen die Beschwerden von Gicht in Kloster- und Bauerngärten angepflanzt. Heutzutage ist es der Schreck aller Hobbygärtner und zugegebener Maßen mein persönlicher Feind im eigenen Garten: Der Giersch! Alte Heilpflanzen wieder neu zu entdecken und als Ergänzung zur konventionellen Therapie zu nutzen, kann eine zusätzliche Alternative sein. Giersch wächst ja bekanntlich überall. Genügsam was Ansprüche an Boden, Wasser und Licht angeht, findet sich in jedem Garten ein Plätzchen und selbst im Balkontopf gedeiht er. Bereits im Frühjahr können die ersten Blätter geerntet werden und bis in den Spätherbst hinein treibt er immer wieder neu aus. Sollte er im Freiland gesammelt werden, ist darauf zu achten, dass er nicht mit giftigen Pflanzen wie beispielsweise dem Schierling oder anderen giftigen Doldenblütlern verwechselt wird. Verwendung in der Küche findet er als Gemüse in Form von Salat. Für diesen werden am Besten die jungen noch frischen Blätter, die sich noch nicht entfaltet haben, verwendet. Als Pesto oder Aufstrich mit Gewürzen und ungesättigten Ölen angemacht, kann er auf dem Brot ein echtes Geschmackserlebnis sein. Ältere Blätter können als Tee oder in einem Auflauf wie Spinat verwendet werden. Die Stiele sollten entfernt werden, da sie bitter schmecken können. Ganz einfach und super lecker ist ein Auflauf von gedünsteten Gierschblättern mit Olivenöl und Knoblauch angemacht und mit einem fettarmen Käse überbacken. Da schmeckt die Gicht Diät fast schon mediterran.

Kräuter- und Heilpflanzenrezepte finden sie zum Beispiel in dem Buch:

Kräuterschätze: zum Kochen und Kurieren (LandLeben) Kräuterschätze: zum Kochen und Kurieren (LandLeben)

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